Die Verleihung des Deutscher Tanzpreis 2026 in Essen wirft bereits jetzt einen starken Schatten voraus: Als Gewinner wurde der Choreograf Christian Spuck ausgezeichnet, während die Tanzwissenschaftlerin Gabriele Brandstetter für herausragende Entwicklungen im Tanz mit einem Förderpreis geehrt wird. Gleichzeitig geht der Ehrenpreis in diesem Jahr posthum an den japanischen Butō‑Tänzer Tadashi Endō.
Diese Dreierentscheidung spricht eine klare Sprache: Der Deutsche Tanzpreis setzt nicht allein auf Aufführungspersönlichkeiten, sondern würdigt sowohl Theorie wie Praxis, Forschung wie Performance. Mit der Auszeichnung von Brandstetter wird die Bedeutung wissenschaftlicher Reflexion über Tanz hervorgehoben; mit Endō die globale Verquickung von Tanzkulturen.
Die Gala findet am 28. Februar 2026 statt. Laut Mitteilung beginnt bereits am Abend davor, am 27. Februar, der sogenannte „Tanzpreis Kultursalon“, in dem Christian Spuck und Gabriele Brandstetter im Gespräch mit dem Publikum auftreten.
Für die Szene ist dieser Preis eine Art Kompass: Wer ausgezeichnet wird, erhält Aufmerksamkeit, Mittel und Reichweite. Und für das breite Publikum ist es ein Moment, sich bewusst zu machen, wie vielschichtig heutiger Tanz in Deutschland geworden ist — und dass er nicht nur unter dem Stichwort „Show“ läuft, sondern unter „Innovation“, „Wissenschaft“, „Kulturtransfer“.
Wenn Sie also im Frühjahr beobachten wollen, wo die Impulse für die Tanzszene liegen — dann notieren Sie sich dieses Datum. Es lohnt sich, die Gala‑Übertragung oder Nachberichte zu verfolgen. Eine wichtige Weichenstellung im deutschen Tanz.
